Anaphora Unserer Lieben Frau Maria
Cyriacus von Behnesa. Äthiopien. 19. Jhdt. Sign.: Ms I 2062. Projektnummer: 49-2026.2062
Diese Miniatur-Manuskript ist auf Amharisch verfasst und beinhaltet ein weitverbreitetes liturgisches Gebet, die sogenannte Anapher unserer lieben Frau Maria, verfasst von Bischof Cyriacus von Behnesa (al Bahnasa, südlich von Cairo). Die kleine Handschrift war dazu gedacht, getragen und während der Liturgie benutzt zu werden. Auf Folio 41-42 findet man Teile eines Gebets an Jesus, welches die Leser:innen einlädt, der Fürbitte seiner Mutter und der Heiligen zu lauschen. Auf Folio 5r erkennt man den Namen des Besitzers, Wäldä Giyorgis, und auf Folio 46r wurde ein zusätzlicher (Schutz-) „Zauber“ mit Bleistift eingefügt.
Die Handschrift Anaphora Unserer Lieben Frau Maria besteht aus vier Teilen: dem gebundenen Manuskript, einer Umhängetasche, die aus zwei kleineren Taschen besteht, und einer äußeren Schutzhülle aus Stoff.
Das Buch besteht aus einem Buchblock aus Pergament, der in Holzdeckel mit Seidenstoffeinband eingebunden wurde. Wie es für äthiopische Bücher typisch ist, wurde der Buchblock an zwei Doppelheftstellen ohne Bünde geheftet. Der Text wurde mit Rußtinte geschrieben, rubriziert und mit verflochtenen Motiven dekoriert. Der Buchblock besteht aus sechs Lagen, die punktiert und blindliniert wurden. Auf den ersten und letzten Seiten sind Bleistiftillustrationen, die vermutlich die Jungfrau Maria (Recto) und die Jungfrau Maria mit Kind (Verso) zeigen. Das Manuskript hat eine eigene Umhängetasche aus festem, robustem Leder. Die Umhängetasche besteht aus zwei ineinanderpassenden Taschen, die mit Hilfe eines Riemens, der mit den zwei Taschen verflochten ist, so dass sie zusammenbleiben und nichts verloren gehen kann, verbunden sind. Die Umhängetasche selbst ist mit handbesticktem Baumwollstoff umhüllt.
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Fotocredits: Uni Graz/Restaurierung