Album des Grazer Schloßbergs
Graz. 1842. Sign.: RARA1 II 14910. Projektnummer: 37-2026.14910
Das „Album des Grazer Schloßbergs“ erschien 1842 in Graz und gehört zu den bekanntesten lithographischen Darstellungen des Grazer Schlossbergs im 19. Jahrhundert. Gedruckt und herausgegeben wurde es von Heribert Lampel, der in Graz eine lithographisch-artistische Anstalt betrieb. Das Album umfasst insgesamt 28 lithographische Blätter, die verschiedene Ansichten des Schlossbergs und der umliegenden Stadt zeigen. Damit zählt es zu den populärsten bildlichen Darstellungen dieses wichtigen Grazer Wahrzeichens in der damaligen Zeit.
Der Großteil der Ansichten stammt vom Landschaftsmaler Joseph Kuwasseg. Insgesamt sind 18 Blätter von ihm signiert, während sechs weitere unsignierte Blätter ihm zugeschrieben werden. Kuwasseg verwendete für die Darstellungen häufig hoch- oder querovale Bildausschnitte, was dem damaligen Zeitgeschmack entsprach. Seine Ansichten zeichnen sich durch starke Hell-Dunkel-Kontraste aus, wodurch Licht und Schatten besonders wirkungsvoll dargestellt werden. Dadurch entstehen atmosphärische und zugleich detailreiche Landschaftsbilder.
Neben Kuwasseg waren auch mehrere Künstlerinnen an einzelnen Blättern beteiligt. So stammt je eine Schlossbergansicht von Leonie von Rothkirch, Emilie von Thurn-Chorinski sowie Charlotte von Welden. Von Freiherr Ludwig von Welden wurde außerdem das Blatt „Musik-Pavillon mit dem Wasserthurme von Westen her gesehen“ gezeichnet. Ludwig von Welden initiierte übrigens die Bepflanzung und das Wegenetz am Grazer Schlossberg.
Das Album ist heute ein wichtiges kulturhistorisches Dokument, da es den Grazer Schlossberg und seine Anlagen in der Mitte des 19. Jahrhunderts anschaulich darstellt und zugleich zeigt, wie mehrere Künstler und Künstlerinnen an der Entstehung solcher lithographischen Werke beteiligt waren. Das Buch wurde als Halbfranzband gebunden, der lederne Buchrücken ist mit dezenter Goldprägung versehen, die Buchdeckel sind mit Kleisterpapier bezogen und der Schnitt besprenkelt. Die Drucke wurden auf an fünf Bünden fadengeheftete Fälzel geklebt.
Zustand: Der Buchrücken ist stark abgenutzt, das obere Kapital fast weggerissen, an manchen Stellen kann man die darunterliegenden Bünde sehen. Die Ecken und Kanten der Buchdeckel sind stark bestoßen und liegen teilweise offen. Die Heftung ist intakt, jedoch ist der Spiegel jeweils vom Vor- bzw. Nachsatz getrennt.
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Fotocredits: Uni Graz/Restaurierung