Computus vel Calendarium Astronomicum
Bartholomäus Schönborn. Wittenberg. 1567. Sign.: RARA1 I 19093. Projektnummer: 47-2026.19093
Computus vel Calendarium Astronomicum, continens praecipuarum partitum temporis descriptiones: Anno M.D.LXII conscriptum, et in Academia Wittebergensi Scholasticae in uentuti propositum
Wie misst man Zeit in einer Welt, in der weder Uhr noch Kalender selbstverständlich sind, sondern erst mühsam berechnet werden müssen? Im Jahr 1562 verfasste Bartholomäus Schönborn an der Universität Wittenberg für seine Studierenden dazu den „Computus vel calendarium astronomicum“. Dieses Werk ist weit mehr als ein bloßer Kalender: Es eröffnet den Blick auf eine Denkweise der frühen Neuzeit, in der Astronomie, Mathematik und die praktische Ordnung des Alltags eng miteinander verflochten sind.
Schönborn erklärt, wie sich die großen Rhythmen des Himmels in die Struktur des menschlichen Lebens übersetzen lassen. Wann ist Ostern? Wie werden Monate berechnet? Wie greifen Sonnen- und Mondzyklen ineinander? Solche Fragen waren nicht nur Gegenstand theoretisch, sondern bestimmten das gesellschaftliche und religiöse Leben. Der „Computus“ macht sichtbar, wie Wissen damals funktionierte: als präzise Berechnung, aber auch als intellektuelles Abenteuer, das die Lernenden dazu einlädt, die Welt selbst zu verstehen.
Zustand: Der Ledereinband ist abgerieben und der obere Kapitalumschlag fehlt, wodurch das Kapitalband gefährdet wird. Die Abreibung am unteren Kapitalumschlag fängt an, zum Kapitalband durchzudringen. Leichte Fraßspuren befinden sich am Buchrücken und im Buchblock. Beide Buchdeckel sind innen zum Teil von Fraß ausgehöhlt.
Mehr Informationen zu unseren ausgewählten Werken und wie Sie die Bewahrung des historischen Büchererbes unterstützen können finden Sie hier.
Fotocredits: Uni Graz/Restaurierung